Ziel dieser Tour, die durch den wildromantischen Hirschbachtobel führt, könnte der Spieser sein. Er erhebt sich nördlich von Hindelang, wo er fast senkrecht aus dem Talboden empor steigt. Da allein stehend, ist er ein prächtiger Aussichtsberg. In unmittelbarer Nähe liegen das Wertacher Hörnle, der Grünten und der Sorgschrofen.
Man sieht aber noch weiter: Der Blick erstreckt sich vom Alpenvorland über das Illertal mit den dahinterliegenden Westallgäuer Bergen bis zu einem Großteil der Ober- und Ostallgäuer Bergwelt mit Hohem Ifen bzw. den Ptrontner Bergen. Weiter entfernt sind der Säntis, die Zugspitze und die Mieminger Berge.
Als Wanderung - auch mit Kindern, auf die man nur etwas aufpassen und mit denen man vielleicht nur den Tobel ohne Spieser besuchen sollte - eignet sich der Tobelweg zu fast jeder Jahreszeit: Er ist im heißen Sommer ein schattiger Genuss und an stürmischen Tagen ist man dort vor wilden Winden geschützt.
Im Hirschbachtobel sehen wir auch mächtige Wildbachverbauungen, die bereits 1905-07 und 1941-55 erstellt wurden. Herrlich malerische Szenerien mit steilen Felswänden, riesigen Steinbrocken, Strudeln und Strudelkessel und kleinen Wasserfällen sind zu sehen. Die Schönheit des Tobels ist schon lange bekannt, denn in einem der bekannten Führer des Bergverlages Rother wurde er vor langer Zeit einmal mit den folgenden Worten beschrieben: "Der Hirschbachtobel gehört zu den interessantesten und lohnendsten Partien in der Nähe Hindelangs".
Die Schlucht ist auch geologisch sehr interessant, da sie durch verschiedene Gesteinsschichten führt. Anfangs ist sie im so genannten Allgäuschiefer eingeschnitten, später folgen dünnbankige Malm-Kalkgebilde. Da diese härter sind und der Erosron mehr Widerstand entgegensetzen, ist die Schlucht hier viel enger geblieben und der Weg musste teilweise sogar aus dem Fels heraus gesprengt werden. Danach folgen graue, steile Mergelwände der unteren Kreideformation und der beeindruckende Schlussteil führt durch hohe Dolomitmassen des Trias. Wer sich dafür interessiert: Vom Heimatdienst Hindelang wurde ein geologischer Lehrpfad mit 14 Tafeln angelegt.
Ausgangspunkt: Hindelang.
Wegverlauf:
Wir beginnen am östlichen Ortsausgang, wo kurz vor dem Gasthof "Schnitzel Alm", (ca. 500 m von unserem Hotel entfernt) direkt vor der Brücke, ein bezeichneter Weg direkt am Hirschbach entlang führt. Wir brauchen uns nur an den Wegweisern zu orientieren, denn "Spieser" ist immer angeschrieben. Allerdings dürfen wir bei der zweiten Brücke nicht mit den Schildern "Bergwachtweg Wildbachtobel" nach rechts gehen, sondern müssen nach links über die Brücke weiterwandern. Es geht kurz hinauf, dann überqueren wir die nächste Brücke.
Nun wird der Weg immer abenteuerlicher. Etwa eine Stunde später erreichen wir die Wendeplatte eines Forstweges. Wer nur den Tobel besuchen wollte, kehrt hier wieder um. Ansonsten nehmen wir den links abgehenden Waldpfad. Kurz darauf folgen wir dem nach rechts abgehenden Weg zum Spieser. Wir steigen über einen lang gezogenen, grasigen Bergrücken steil hinauf. Bald sieht man auch den Gipfel locken.
Der Querweg, auf den wir nach einer Bergnase treffen, führt nach rechts zur Hirschalpe; hier könnte man einkehren und dann von der Alpe aus den Gipfel besteigen. Kürzer ist es jedoch" wenn wir uns links halten. Am nächsten scharfen Wegknick können wir entweder direkt nach oben zum nächsten Weg gehen, oder links abbiegen und gemütlicher hoch steigen. Wir folgen dann kurz dem nächsten Weg, auf den wir treffen, bis zur ausgeschilderten Abzweigung. Hier biegen wir nach rechts ab und erklimmen in steilem Bergauf, am Schluss durch etwas Wald, den 1649 Meter hohen Gipfel. Zurück gehen wir denselben Weg.
Quelle: „Spritztouren“ im Allgäu von Dieter Buck
Sie sind hier:
Ausflüge
Hirschbachtobel