Starzlachklamm

Die Starzlach entspringt zwischen Wertacher Hörnle und Grünten auf 1070 Meter Höhe und sucht ihren Weg über Felsabstürze und zwängt sich durch kesselförmige Wassermühlen. Zu ihren großen Wassermengen kommt sie, weil sie aus den umliegenden Bergen durch viele Zuflüsse verstärkt wird. Bei Sonthofen mündet sie in die von Hindelang kommende Ostrach (= die von Osten kommende) und fließt mit ihr kurz darauf in die IlIer.
Der Name der Starzlach bedeutete "über Felsen springende Aach", das heißt eigentlich "Sturzbach". Dieser Name ist auch zutreffend, denn man erlebt in dieser ursprünglich vierzig bis fünfzig Meter höher liegenden Klamm, zusammen mit der Breitachklamm einer der schönsten des Allgäus, schäumende Wasserstrudel, riesige Wassermühlen, Wasserfälle und am Ende sogar eine Trockenklamm mit den trockenen Wassermühlen. Einen besonderen Reiz bieten auch die wildromantischen Nebenklammen.
Am Anfang der Klamm überrascht vor allem das Blocklabyrinth, beeindruckend sind auch die drei riesigen Töpfe - ausgewaschene mächtige Wassermühlen, die sich links vom Wasserfall befinden, und die trockene Hochklamm, die so genannte Fallstube oberhalb des Falles. Man kommt bei einer Begehung an steilen und dicht bewachsenen Hängen vorbei, an senkrechten Felswänden und an wilden Wasserstrudeln. Der Weg ist so wagemutig in den Fels gearbeitet, dass man sich manchmal sogar bücken muss, um unter den Felsen durchzukommen. Schließlich erreicht man das Felstor unter der Dreitorhütte.
Was für geologisch interessierte Besucher und Sammler von Versteinerungen interessant ist: Die Klamm wird nach einer linsenförmigen Tierart Nummulitenklamm genannt, was von "Nummus" = Münze kommt. Diese Tiere versanken bei der Alpenbildung vor dreißig Millionen Jahren im Meeresschlamm. Hier lebte auch die Krabbenart Xanthopsis Sonthofiensis, von der schon schöne Versteinerungen gefunden wurden. Am interessantesten für an Geologie und Versteinerungen interessierte Besucher ist der obere Teil, wo rötlich gefärbte Erzkalke mit Nummuliten zu finden sind.
Die Starzlachklamm war schon früh erschlossen und wurde genutzt, denn vor Zeiten wurden hier ein Eisenbergwerk und ein Schmelzofen betrieben. Da das Wasser als heilkräftig angesehen wurde, unterhielt man in Winkel bereits im 16. Jahrhundert eine Badstube. 1932 wurde die Klamm von dem Sonthofener Baumeister F. X. Ammann erschlossen und 1949 wieder zugänglich gemacht, nachdem sie im Krieg schwer beschädigt worden ist. 1983 war erneut eine Sanierung fällig, damals wurde auch die Klammhütte
neu erbaut. Betreiber der am 12. Mai 1951 als Naturdenkmal unter Schutz gestellten Klamm ist der Verkehrsverein Sonthofen.
Der aus Sprengwegen und Stegen bestehende Weg durch die Klamm windet sich an reich bewachsenen Tobelhängen, wilden Wasserstrudeln und senkrecht zersägten Wänden vorbei.

Quelle Text: Auszug aus "Spritztouren" im Allgäu von Dieter Buck



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