Historisches |
||
Historische Informationen
|
||
|
||
Von den wilden Männle
|
||
Auf der Egg oberhalb Gailenberg bei Hindelang in der Nähe des Hirschberges hielten sich in uralten Zeiten wilde Männle auf. Sie waren gegen die Thalbewohner freundlich gesinnt und leisteten ihnen oft Dienste, ja verrichteten sogar manchmal für sie Feldarbeiten. Auch unter der Balmwand, einer überhängenden Felswand oberhalb des Bades Oberdorf, hausten ehedem „Wilde”. Wer sie nicht verfolgte, nicht über sie schimpfte, sondern ihnen wohlwollte, was sie immer gleich merkten, gegen den waren sie auch ihrerseits freundlich und wohlgesinnt und zeigten sich dann oft dienstgefällig und zuthunlich. Wer sie aber haßte oder fürchtete, dem spielten sie manchen Streich und rächten sich auf allerlei Weise. Waren da einmal im Zealgat bei Oberdorf Feldarbeiter mit „Hauen” beschäftigt. Einige davon wußten im Gespräche nicht genug über die Wilden „loszuziehen” und zu schmähen, indes die anderen sich ihrer annahmen und sie verteidigten. Als die Arbeiter nun nach dem Mittagessen wieder auf das Feld kamen, fanden die den Wilden Wohlgesinnten bei jeder „Haue” (Hacke) eine gehäufte Schüssel voll ausgezeichneter Kücheln, während die Gerätschaften der anderen auf garstige Weise besudelt worden waren. So hatten sich die Wilden gegen die Guten freundlich und dankbar gezeigt, während sie sich an den andern rächten. |
||
(C) 2011 - Alle Rechte vorbehalten |
||